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Montag, 31. August 2009

Ein Lebenstraum ging in Erfüllung…

Dass Annis Herzenswunsch - eine Griechenlandreise - tatsächlich in Erfüllung gehen konnte, ist dem Engagement vieler lieber Menschen zu verdanken: dem Sozialhilfeverband Liezen, unserer Pflegedienstleitung und vor allem dem Team vom 1. Stock.

Von Dr. Emhofer kam das medizinische Okay, dazu seine persönliche Unterstützung in Form von Gratis-Medikamenten und jeder Menge Tipps. Frau Überbacher vom Reisebüro Schlömicher und dem Reiseveranstalter Gulet, die gemeinsam ihre Aufenthaltskosten übernahmen und zudem sämtliche Spezialwünsche perfekt organisierten, sowie dem Roten Kreuz Liezen für das Entgegenkommen bei den Transportkosten ein herzliches Dankeschön.

Für ihren Traumurlaub „trainierte" Anni, die auf Grund ihrer fortgeschrittenen MS (Multiple Sklerose) nur mehr den Kopf bewegen kann, fleißig das Sitzen für die Flugstunden.

Das eigentliche Abenteuer namens „Rhodos-Reise" begann bereits in den frühen Morgenstunden. Mit viel Liebe und Freude wurde sie von unserem Team „in Schale geworfen". Ab ging es mit uns „drei blonden Hühnern" (lt. Anni) zum Linzer Flughafen. Das erste Hindernis, die Flugzeugtreppe! Kurzentschlossen hievten wir unsere Anni mit viel Frauenpower über die Stiege in die Maschine der Lauda-Air. Anni genoss ihre erste Flugreise, die nach ihrer Aussage, „voll geil" war. In Rhodos angekommen, brachte uns der Ambulanzwagen einer Privatklinik in die sehr gepflegte Hotelanlage „Apollo Palace". Dort wurden wir herzlich vom deutschsprachigen Personal empfangen, das sich sehr bemühte, uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Ein großes Zimmer mit eigener ausziehbarer Couch als Bett für Anni sollte unser gemeinsames Zuhause für die nächsten 4 Tage sein, dazu eine wunderschöne Terrasse mit phantastischem Meerblick und einem separaten Swimmingpool. Da ein normales Hotelzimmer kaum über einen Infusionsständer verfügt, wurde kurzerhand von Simone ein Lampenschirm für Annis Sondennahrung umfunktioniert.

Improvisationstalent war in diesen Tagen ohnedies sehr gefragt. Denn wie fährt man einem Patienten im Rollstuhl durch den Sand? Gar nicht, weil der Rolli versinkt! Mit viel Muskelkraft und einem Tragetuch gelang es uns, Anni durch den heißen Sand ans Meer zu tragen. Ihre Freude war unbeschreiblich, als sie das salzige Meerwasser auf ihren Lippen schmeckte; schließlich war sie noch nie am Meer gewesen. Gut eingecremt mit hohem Sonnenschutzfaktor freute sie sich wie ein Kind, als sie auf einer Luftmatratze liegend das Schaukeln der Wellen genoss. Da ihre blasse Haut sehr empfindlich auf Sonnenlicht reagierte, packten wir sie ein anderes Mal kurzerhand in ein Strandtuch ein, und ließen ihre Beine von den Wellen umspülen. Dieses Erlebnis empfand Anni als so sinnlich, dass sie die zärtliche Berührung des Wassers heute noch in ihren Beinen fühlen kann.

Zu den Mahlzeiten, die wir im Speisesaal einnahmen, machten wir sie besonders schick und fein. Die leckere griechische Küche mit dem würzigen Feta hatte es Anni angetan. Aber auch die attraktiven, dunkelhaarigen Griechen waren für sie ein Augenschmaus, wie sie uns lachend erklärte. Wir drei hatten unheimlich viel Spaß miteinander, und Anni genoss die Unbeschwertheit dieser Tage mit täglichem Eiskaffee an der Poolbar oder den bunten Cocktails, die uns auf der Terrasse serviert wurden. Annis Lieblingsgetränk ist Pina Colada, der auch mit Strohhalm getrunken, hervorragend schmeckt.

Ein Sonnenaufgang am Meer war für Anni ein absolutes Muss, und so weckten wir sie eines Morgens um 5:30 Uhr, um sie für dieses Highlight auf die Terrasse zu fahren. Wenn es nach Annis Kopf gegangen wäre, dann wäre das tägliche Programm noch viel dichter gewesen, doch ihr Körper verlangte seine Ruhepausen, und die mittägliche Siesta tat uns allen gut.

Ein Folkloreabend bei griechischer Musik und ein Einkaufsbummel in Faliraki rundeten das viertägige Programm ab. Letzteres war auf dem Straßenpflaster wohl eher eine Rüttelpartie, aber sie wollte keinesfalls darauf verzichten.

Als der Tag des Abschieds kam, gab es dicke Tränen, denn Anni wäre am liebsten auf Rhodos geblieben.

Doch schon im nächsten Jahr soll es für Anni ein Wiedersehen geben. Für die finanzielle Unterstützung sorgte bereits die Militärmusikkapelle Steiermark, die gemeinsam mit der Lassinger Musikkapelle in der Seehalle ein Benefizkonzert für Anni veranstaltete. Und auch wir - Simone und Renate - haben unserer Anni die Reisebegleitung für das nächste Jahr bereits zugesagt. Bis es wieder soweit ist, erfreut sie sich an der griechischen Musik, sowie an den aus Rhodos mitgebrachten Steinen, die sie sich von uns gerne in ihre Hände legen lässt.

Rhodos tha xana'rtha (Rhodos ich komme wieder)