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Freitag, 19. August 2011

Lichthäuser

Als „LICHTHÄUSER” empfindet Diakon Wolfgang Griesebner unsere Altenheime. Er ist Alten- und Krankenhausseelsorger in Bad Aussee und besucht uns regelmäßig und gerne wie er in folgenden Zeilen ausdrückt: 

 „Wenn ich die betreuten Senioreneinrichtungen  betrete, begegnet mir in den BewohnerInnen die Strahlkraft Gottes.

Es ist nicht mehr die selbe , wie sie Menschen am Höhepunkt ihrer Schaffenskraft um sich verbreiten. Eher sind es viele glimmende Dochte, hinter denen man erahnen kann, wie hell und lodernd  sie in der Vergangenheit entflammten. Alte, menschliche Kerzen, mit unterschiedlichsten Schicksalen, die sich verzehrten, unter Windstössen flackerten, aber nie erloschen sind. 

Jetzt glimmen sie ihrem ferneren oder näheren Ende entgegen.

Es ist die Aufgabe aller Betreuenden, den Faden an dem das Leben hängt,  so gut wie möglich zu begleiten; sanft auf den Docht zu blasen, sodass die Funken aufleuchten, ja sogar ein Aufflackern möglich ist.

Ich sorge für die Seele und sie umfasst den ganzen Menschen. Das versuche ich nach dem Vorbild Jesu Christi zu tun: im Hinhören, im Wahrnehmen, im Teilen der Freude und des Leids, im Sprechen von Gott, als den Freund der Menschen: „der das  geknickte Rohr nicht zerbricht und den glimmenden Docht nicht auslöscht!” ( Jes. 42/3)

Im Gesamten betrachte ich die Altenheime als „Lichthäuser mit Menschen”, die das Licht der Welt sind (Mth. 5/14) mit allen haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen die dafür sorgen, dass die glimmenden Dochte würdig auslöschen können und der Saft in den geknickten Rohren in Ruhe versiegt. 

Als an den christlichen Gott glaubenden Menschen kommt die Hoffnung dazu, dass ER die Lebenskerze nach dem irdischen Auslöschen neu entzündet.“