Fortsetzung Newsletter 4 - Mahlzeit für Menschen mit Demenz

Versuchen Sie, die Lieblingsgetränke der Person immer vorrätig zu haben. Dies können Säfte, Tees oder auch Smoothies sein. Doch auch wenn beispielsweise Lust ein Bier zu trinken, geäußert wird, können Sie diesem Wunsch nachgehen. In Maßen genossen, stellt dies im Normalfall kein Problem dar. Sie können aber auch alkoholfreies Bier anbieten. Bei Medikamenteneinnahme oder bei bekannten Alkoholproblemen der Person mit Demenz, besprechen Sie dieses Thema vorab mit Ihrem Arzt.
  • Wenn sie befürchten, dass der Flüssigkeitshaushalt gestört ist, können Sie dies feststellen, indem Sie die Haut am Oberarm der dementiell veränderten Person zwischen zwei Fingern festhalten. Bleibt eine tiefe Falte länger sichtbar, trinkt die Person zu wenig. Sie sollten dazu einen Arzt befragen.
  • Bieten Sie mit fortschreitender Erkrankung die Getränke in leicht handzuhabenden Gläsern oder Tassen an. Oft sind Gläser mit Henkel leichter zu greifen. Auch bei Problemen mit dem Löffel können Suppen in Tassen leichter getrunken werden.
  • Denken Sie daran, dass man auch Suppen in die Trinkmenge miteinbeziehen soll. Dabei ist ein wunderbarer Effekt: Dieser bekannte Geschmack, weckt auch beim Trinken viele Erinnerungen.

Zunehmende Demenz

  • Mit zunehmender Demenz fällt der Umgang mit dem Besteck immer schwerer. Dennoch ist es sehr wichtig, die Selbstständigkeit und Würde der Person zu erhalten. Bereiten Sie die Mahlzeiten so zu, dass auch ohne Besteck, mit den Fingern, gut zugegriffen werden kann. Gemüse und auch Fleisch sollten Sie in kleinen Stücken zubereiten, die mit wenigen Bissen gegessen werden können. Die Soßen sollten sie extra in einem Schälchen zum Tunken bereitstellen. Die Suppe können Sie aus der Tasse trinken lassen. Auch wenn es Ihnen schwerfällt: Lassen Sie diese lustvolle Begegnung des Essens mit den Fingern zu!
  • Kleine Bestandteile im Essen, wie beispielsweise Petersilie in der Suppe oder Körnchen in der Marmelade, können mit dem Zunehmen der Demenz fehlinterpretiert werden (beispielsweise: geschnittene Petersilie wird als tote Fliegen erkannt und benannt). Das führt zu Unsicherheit und kann zu Wut oder zu Unlust am Essen führen. Seihen Sie Suppen, wenn Sie dies bemerken, vor dem Servieren durch ein Teesieb und achten Sie auf faserige oder körnige Bestandteile im Essen.
  • Hilfsmittel nutzen
    Die Zahnprothese sollte täglich gereinigt und getragen werden. Kommt der Zeitpunkt, an dem die Prothese nicht mehr akzeptiert wird und aus diesem Grund ständig entnommen und eventuell verloren wird, stellen sich Personen oft schnell um und kommen beim Kauen auch so gut zurecht. Besprechen Sie dies mit Ihrem Zahnarzt.
  • Im Fachhandel gibt es Hilfsmittel wie Teller mit erhöhtem Rand, damit die Suppe gut ausgelöffelt werden kann. Es sind auch bunte Teller erhältlich, auf denen die Mahlzeiten leichter erkannt werden können.

Menschen mit schwerer Demenz und Schluckstörungen

  • Schluckstörungen können die Nahrungsaufnahme erschweren. Wichtig ist dennoch, ein ausgewogenes Essen anzubieten. Sie können das Essen pürieren oder passieren. Mit kohlenhydratreichen Pulvern (erhältlich in der Apotheke) können Mahlzeiten zusätzlich mit Kalorien angereicht werden. Diese sind geschmacksneutral.
  • Getränke oder Suppen können mit geschmacksneutralen Quellmitteln (erhältlich in der Apotheke) eingedickt werden. Somit sind diese nicht mehr so flüssig und das Verschlucken passiert nicht mehr so häufig.
  • Nach der medizinischen Abklärung mit Ihrem Arzt, können Sie eiweißhaltige, kalorienreiche Zusatzgetränke oder Zusatzprodukte (wie Puddings) in der Apotheke besorgen. Aus diesen Getränken können Sie auch Cremes mit einem Sahnebereiter herstellen.
  • Bereiten Sie kleinere Mahlzeiten zu. Dafür bieten Sie öfters etwas an.
  • Lassen Sie kleine mundgerechte Häppchen im Wohnbereich stehen. Beim Umhergehen kann jederzeit von der dementiell veränderten Person zugegriffen werden.
  • Bereiten Sie öfters Fingerfood zu. Das sind kleine Häppchen, die ohne Besteck mit einem oder zwei Bissen verspeist werden können.
  • Achten Sie auf das Gewicht von Personen mit Demenz. Wiegen Sie den Menschen einmal im Monat und notieren Sie das Gewicht.
  • Bieten Sie regelmäßig Lieblingsgetränke an und solche, die reichlich Kalorien enthalten (warmer Kakao etc.).
  • Sie können auch mittags ein Ritual einführen, dass dem Menschen mit einer dementiellen Veränderung lange bekannt ist. Beispielsweise das Mittagsgebet oder ein bestimmtes Lied vor dem Essen. Rituale geben Sicherheit! 

 

 

Das Lebenslinien Team

  • Martina Kirbisser, MScMartina Kirbisser, MSc
    Projektleiterin Lebenslinien
    T: 0676 84 63 97 36
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  • Monika JörgMonika Jörg
    LEBENSLINIEN Demenzberaterin
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