Newsletter 5: Kindern und Jugendlichen Demenz erklären

Warum ist Oma so komisch und fragt Mama so oft, was zu tun ist? Opa sucht dauernd seinen Autoschlüssel und Papa sagt, dass er den nicht mehr braucht! Warum muss ich Oma erklären, wie die Kaffeemaschine funktioniert? Ich trinke doch keinen Kaffee. Und letztens hat Opa mich angeschrien, dass ich leise sein soll! Sonst hat er sich doch immer gefreut, mich zu sehen.

Erwachsene Bezugspersonen denken oft, dass Kinder die Veränderungen bei nahestehenden Angehörigen nicht bemerken oder damit nicht umgehen können. Aus Beobachtungen kann man allerdings eher das Gegenteil feststellen! Kinder sind feine Beobachter und merken sehr wohl, wenn Erwachsene sich "anders" verhalten. Wunderbar ist auch, dass Kinder nicht bewerten, was man tut und was nicht. So wie viele Kinder eben manchmal Blödsinn machen, tun dies mit zunehmender Demenzerkrankung auch Erwachsene. 

Die Suppennudeln mal mit der Gabel versuchen? Warum nicht? Im Pyjama zum Nachmittagskaffee kommen? Schmeckt doch trotzdem gut!

Wir sollten uns nicht scheuen, Kindern zu erklären, was passiert, wenn jemand eine dementielle Diagnose hat. Doch versuchen Sie es in kindgerechter Sprache zu tun. Bringen Sie Kinder und Jugendliche ganz bewusst zu den Besuchen zu Oma und Opa, Tante und Onkel mit - egal ob nach Hause oder im Pflegeheim. Sehr oft freuen sich Menschen mit Demenz über jungen Besuch und können auch zeigen, wie kompetent sie auch noch im Umgang mit Kindern und Jugendlichen sind. 

Sollte die Demenzerkrankung zunehmen und die Menschen mit Demenz den Besuch von Kindern und Jugendlichen beunruhigend finden, weil es vielleicht mal lauter oder wuseliger ist, dann könnten Sie mit zwei Erwachsenen zu Besuch kommen, von denen sich einer abwechselnd um den demenzkranken Menschen und um das Besuchskind kümmert. Viele Beschäftigungsideen passen auch für Menschen mit Demenz und für Kinder gleichermaßen wie z.B. ausmalen, Handarbeitskisterl sortieren, in Zeitschriften blättern oder diese Blätter dann falten, Haare frisieren und flechten, und vieles mehr. 

Die vertrauten Rollen drehen sich um und Kinder bemerken dies. Oft fällt es schwer Erklärungen zu finden, die Kinder und Jugendliche verstehen!

Es gibt sehr gute Bücher und Kurzfilme, die sich damit beschäftigen wie man Kindern und Jugendlichen Demenz erklären kann. Auch auf ausgewählten Homepages gibt es gute Informationen dazu!
Hier eine kleine Auswahl davon: 

https://www.alzheimerandyou.de/
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..ist eine Informationsseite für Jugendliche rund um das Thema Alzheimer.

https://www.alzheimer-bw.de/fileadmin/AGBW_Medien/AGBW-Dokumente/Kindern_Demenz_erklaeren/elterninfo-demenz.pdf
"Oma ist so komisch... "
Es ist nicht leicht, wenn Sie Ihren Kindern etwas erklären sollen, was Sie selbst nur ungern realisieren: Ihre Mutter oder Ihre Schwiegermutter ist nicht mehr derselbe Mensch wie früher, sie ist an Demenz erkrankt. Aber statt die Kinder zu schonen und "um den heißen Brei herum" zu reden, ist es auf jeden Fall wichtiger, sie behutsam mit der Wirklichkeit zu konfrontieren. Denn hier gilt wie so oft: Kinder verstehen mehr, als wir annehmen. Wie aber erklärt man Kindern, warum "Oma plötzlich so komisch" ist? Diese Information soll Ihnen als Eltern Ihre Aufgabe einfacher machen. 

http://www.was-hat-oma.de/index.php.was-hat-oma.de/index.php
"was-hat-oma.de" heißt ein interaktives Lernspiel, welches das Krankheitsbild Demenz kindgerecht und auf spielerische Art und Weise erklärt. Das Spiel gibt praktische Tipps für den Umgang mit an Demenz erkrankten Großeltern. 

www.afi-kids.de
Die Webseite der afi-kids ist speziell für Kinder gemacht. Anhand einer Familie werden alle Probleme bzw. Themen, die im Zusammenleben mit Menschen mit Demenz auftreten, gezeigt. In einer ihrem Alter entsprechenden Sprache wird ihnen unter anderem erklärt, was sich hinter dem Begriff Alzheimer eigentlich verbirgt. 
Videolinks sind hier zu finden: https://www.alzheimer-bw.de/demenz-mehr-erfahren/kindern-demenz-erklaeren/

Buchempfehlungen:

Die Geschichte vom Fuchs der den Verstand verlor, 4-6 Jahre
ISBN: 978-3407795588

"Es war einmal ein alter Fuchs ohne Verstand. Er wusste nichts und fühlte nur. Er fühlte, wenn jemand seine Wunden leckte. Er fühlte, wie es ist, keinen Hunger zu haben. Er liebte es, wenn die jungen Füchse von der Jagd erzählten. Er mochte ihre Tricks, vor allem den mit den Strohhalm. 
Ein paar Dinge fielen ihm schwer: Er konnte sich keine Namen merken. Er fand den Weg nach Hause nicht. Er schlief nie gern allein. Aber das musste er auch nicht." 
"Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor, Martin Baltscheid)

Weitere Buchempfehlungen:

  • "Demenz, ist das ein Tier wie Krebs?", 7-12 Jahre
    ISBN: 978-3808007556

  • Kuddelmuddel in Omas Kopf, 4-6 Jahre
    ISBN: 978-3522303293

  • Opa Rainer weiß nicht mehr, 5-7 Jahre
    ISBN: 978-3957280640

  • Mein Andersopa, 5-7 Jahre
    ISBN: 978-3446260573

  • Als Oma seltsam wurde, 4-6 Jahre
    ISBN: 978-3407761200

Das Lebenslinien Team

  • Martina Kirbisser, MScMartina Kirbisser, MSc
    Projektleiterin Lebenslinien
    T: 0676 84 63 97 36
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  • Monika JörgMonika Jörg
    LEBENSLINIEN Demenzberaterin
    T: 0676 84 63 97 38
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