Bericht aus der Schutzquarantäne

Bericht aus der Schutzquarantäne

Noch haben wir unseren Humor nicht verloren! Auf unserer Wohngruppe geht das Leben weiter. Wir versuchen besonnen zu bleiben, scherzen und lachen mit unseren BewohnerInnen, gehen in den internen Garten, lassen die BewohnerInnen nichts von der Sorge spüren, die wir auf den Schultern tragen. Unsere Wohngruppe ist spezialisiert für Menschen mit Diagnose Demenz und es würde nicht viel Sinn machen, ihnen etwas über die Ausnahmesituation zu erzählen, die außerhalb unserer Wände herrscht.

Wir sind müde, müde von der guten Miene zum bösen Spiel, müde von der komprimierten Arbeitszeit, müde von den Einschränkungen, die man erduldet, wenn man sich mit seiner Arbeit isolieren lässt. Umso schöner, wenn man weiß, die Führungsebene steht einem zur Seite so gut es geht und der Rückhalt aus dem Freundeskreis ist groß! Die ein bis zwei freien und wachen Abendstunden nutzen wir für unsere Psychohygiene, albern rum, erfreuen uns über Heilungsfortschritte von (Nicht COVID19) kranken BewohnerInnen, malen uns aus, was die nahe Zukunft wohl bringen wird und trinken auch mal ein Bier und genießen die Naschereien, die einem die Geschäftsleitung, Kollegen, Freunde und Angehörige zukommen lassen.
Nach so langem Zusammenleben und der Bedrohung für diese Menschen erkennt man erst, wie sehr einem doch seine BewohnerInnen ans Herz wachsen und man nimmt das alles gern in Kauf, wenn man weiß, man trägt zu ihrer Gesundheit bei. Auch wenn das für die nächsten Monate wohl der Status Quo bleiben wird, bin ich zuversichtlich, dass wir diese Krise als ein Team bewältigen werden!

Grüße aus Lassing und wascht euch die Hände vorm Nasebohren!
Mitarbeiter Gernot Mausser 

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